Am Sonntag, den 27.02.2011, soll der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan vor ca. 12 000 Menschen im ISS Dome in Düsseldorf sprechen. Der Einlass soll um 16.00 Uhr beginnen. [1] Als wenn das nicht schon schlimm genug wäre, hat auch noch die rechtspopulistische Partei Pro NRW von 17-20 Uhr eine Mahnwache vor dem ISS Dome angemeldet. [2] Laut eigener Internetseite rechnen sie inzwischen mit mehr als 60 TeilnehmerInnen, unter anderem auch mit dem Berliner Landesvorsitzenden Patrik Birkmann. [3] Vorgesehen sei ein „Kundgebungsort am Rande der Theodorstraße in Sicht- und Hörweite des ISS-Domes“ [4] Auch der Düsseldorfer Kreisverband der rechtskonservativen Republikaner thematisiert den Besuch des Staatschefs. [5] Ob sich Mitglieder der Republikaner am Sonntag blicken lassen ist allerdings Spekulation.
Deutlich begrüßenswerter ist hingegen der Protest der Kurdischen Jugend NRW. Diese möchte gegen Erdoğan demonstrieren, welcher mitverantwortlich für erhebliche Repressionen gegen Teile der kurdischen Bevölkerung ist.
Die Polizei stellt sich auf einen Großeinsatz ein. Aus mehreren Städten sollen BeamtInnen vor Ort sein, um die Durchführung der rassistischen Hetzveranstaltung von Pro NRW zu sichern. [1] Bereiten wir den RassistInnen und NationalistInnen einen angemessenen Empfang!
ISS Dome: http://tinyurl.com/69zj4eu
[1] http://www.rp-online.de/duesseldorf/duesseldorf-stadt/nachrichten/12000-wollen-Erdogan-sehen_aid_967794.html
[2] http://www.pro-nrw.net/?p=4088
[3] http://www.pro-nrw.net/?p=4146
[4] http://www.pro-nrw.net/?p=4111
[5] http://www.news4press.com/DIE-REPUBLIKANER-%2528REP%2529-Erdogan-ist-uner_577030.html
Freitag, 25. Februar 2011
Dienstag, 22. Februar 2011
Pro NRW in Düsseldorf Update
Wie bereits bekannt, planen die RechtspopulistInnen von Pro NRW am Sonntag eine Mahnwache gegen den türkischen Ministerpräsidenten Erdogan. In einem Artikel vom 22.02.2011 berichtet die Rheinische Post: „Weitere Gruppen vom rechten Rand haben Ähnliches angekündigt.“[1] Derartige Informationen liegen uns bisher allerdings nicht vor. Zwar berichten die Republikaner auf ihrer Internetseite über den Besuch von Erdogan, kündigen jedoch keine Aktionen an. Laut Rheinischer Post bereitet sich die Polizei auf linke Gegenaktionen vor. Die Polizei aus Düsseldorf werde dabei Unterstützung von Nachbarstädten, unter anderem aus Köln, erhalten.
[1]: http://www.rp-online.de/duesseldorf/duesseldorf-stadt/nachrichten/12000-wollen-Erdogan-sehen_aid_967794.html
[1]: http://www.rp-online.de/duesseldorf/duesseldorf-stadt/nachrichten/12000-wollen-Erdogan-sehen_aid_967794.html
Donnerstag, 17. Februar 2011
Pro NRW in Düsseldorf am 27.02.2011
Laut der eigenen Internetseite, hat die selbsternannte „Bürgerbewegung“ Pro NRW für den 27.02.2011 von 17-20 Uhr eine Mahnwache vor dem ISS Dome angemeldet. Sie wollen gegen einen Auftritt des türkischen Ministerpräsidenten Erdogan protestieren. Zwar sind Kritik und Protest gegen den religiös-konservativen Politiker angebracht, doch Pro NRW möchte diese Gelegenheit wieder ein mal nutzen um ihre rassistische und xenophobe Propaganda zu verbreiten und um in Düsseldorf Fuß zu fassen. Zu Letzt traten die RassistInnen in Düsseldorf in Erscheinung als sie ausgerechnet am 8. Mai, dem Tag der Befreiung vom Faschismus, auf dem Platz der deutschen Einheit ihren Wahlkampf abschlossen. Diese Veranstaltung wurde erfolgreich durch antifaschistischen Protest gestört und isoliert. Lasst uns auf diesen Erfolg aufbauen und auch diesmal unsere Abneigung und unsere Wut auf die Straße tragen! Düsseldorf ist kein sicherer Ort für RassistInnen! Kommt zum ISS Dome! Versauen wir den RechtspopulistInnen gemeinsam den Tag!
Weitere Informationen werden folgen.
Weitere Informationen werden folgen.
Dienstag, 11. Januar 2011
Nazi-Aufmarsch in Wuppertal verhindern! Für einen konsequenten Antifaschismus!
Unter dem lächerlichen Motto “Gegen Antifaschismus und linke Gewalt! – Weg mit dem Autonomen Zentrum” wollen Nazis aus der Region am Samstag, den 29. Januar 2011 das erste Mal seit 42 Jahren eine Demo in Wuppertal-Elberfeld durchführen. Laut Naziseite ist der Startpunkt der Demo um 12.00 Uhr am Wuppertaler Hauptbahnhof. Anmelder ist der Möchtegern Hitler von Köln Axel Reitz.
Die sich sonst so militant gebenden „Nationalen Sozialisten Wuppertal“ um die Nachwuchsnazis Kevin Koch, Mike Dasberg, Tobias Maczewski, Norman Mayer, Marie Leder, Rene Heuke und Fabian Mayer beschweren sich mit weinerlichen Ton, dass sie in Wuppertal nicht ungestört Flugblätter verteilen können und wollen nun unter massivem Polizeischutz zum Autonomen Zentrum marschieren, um für „freie Meinungsäußerung für Nationale Sozialisten“ zu demonstrieren. Diese Provokation werden wir nicht hinnehmen. Wir wollen euch das Gejammer aus dem Naziaufruf nicht verheimlichen:
„Tatsache ist jedoch, daß die Gewalt fast immer von der militanten Linken ausgeht und gerade …in Wuppertal ist es für Nationalisten kaum noch möglich legales Informationsmaterial zu verbreiten, ohne sich gewalttätigen Übergriffen des linken Mobs ausgesetzt zu sehen. Die Wuppertaler „ANTIFA“ hat nur einen Lebenszweck, nämlich die Verübung von Straftaten gegen politisch Andersdenkende. […] Das „Autonome Zentrum“ in der Markomannenstr. 3 in Elberfeld ist hierbei eine geförderte Aktionsbasis der Wuppertaler militanten Linken und damit eine Brutstätte von Gewalt und Terror.“
Laut der Mobilisierungsseite für den Naziaufmarsch am 29. Januar in Wuppertal fand am Freitag, den 17. Dezember eine Veranstaltung im Raum Mettmann statt. Die Teilnehmer_innenzahl von 40 Leuten ist allerdings wohl – wie gewohnt – mehr als nur stark übertrieben.
Neben dem Wuppertaler Nachwuchsnazi Kevin Koch, hielten dort Manfred Breidbach (stellvertretender Vorsitzender der NPD KV Düsseldorf/Mettmann und Vorsitzender der NPD Düsseldorf), Sven Skoda aus Düsseldorf und Axel Reitz aus Pulheim langweilige Reden.
Nach dem ersten Auftritt zusammen mit Paul Breuer und Axel Reitz in einem Mobilisierungsvideo für das Heldengedenken in München, ist dies der erste öffentliche Auftritt vom Wuppertaler Kevin Koch bei einer Veranstaltung. Zuvor beschränkte er sich auf das Anfertigen von Film- und Fotoaufnahmen von Naziaufmärschen und Gegendemonstrant_innen für das Nazi-Medienportal „medinet|west“.
Nach Darstellung der Naziseite beschäftigte sich Manfred Breidbach in seiner Rede weniger mit der Demonstration in Wuppertal, sondern mehr mit dem Zustand der NPD und dem Verhältnis zwischen Neonazis innerhalb und außerhalb der NPD. Breidbach habe sich in seiner Ansprache „rückhaltlos zum lebensrichtigen Menschenbild des nationalen Sozialismus“ bekannt und sich „deutlich von reaktionären Machenschaften in den Reihen der NPD“ abgegrenzt, freuen sich die Wuppertaler Nazis. „Für ihn und seinen Kreisverband werde es auch im kommenden Jahr eine Selbstverständlichkeit sein, eng mit den „freien Kräften“ der Region zusammenzuarbeiten und eine radikale Politik in Abgrenzung zum System zu praktizieren, ganz gleich was selbsternannte ,Politikfähige’ in der Partei davon halten mögen“, wird Breidbach in dem Bericht zitiert.
Der Düsseldorfer Manfred Breidbach gehört zum bekennenden nationalsozialistischen Flügel der NPD. Beim Naziaufmarsch Ende Oktober in Velbert-Neviges wetterte er gegen eine „multikulturelle Pest“, warnte vor einer „Rassenmischung“ und forderte sein Publikum dazu auf, es solle „bis aufs Blut gegen die Überfremdung kämpfen“ und so „unsere Rasse vor dem Untergang bewahren“. Seine Rede beendete Breidbach mit einem Zitat des NSDAP-Propagandisten Julius Streicher: „Ein Volk, das nicht auf die Reinheit seiner Rasse achtet, geht zugrunde.“
Laut Internetseite der Wuppertaler Nazis soll auf der Nazidemo auch Dieter Riefling sprechen. Seit den 1980er Jahren ist er aktiv, baute die Freiheitliche Deutsche Arbeiterpartei (FAP) auf und war dort bis zu ihrem Verbot aktiv. Ebenfalls bis zum Verbot 2001 war er in der Organisation „Blood & Honour“ tätig.
Bundesweit tritt der mehrfach vorbestrafte Dieter Riefling (u. a. wegen Körperverletzung, Fortführung einer verbotenen Organisation, Volksverhetzung und der Verbreitung von Propagandamitteln verfassungswidriger Organisationen), als Ordner, Anmelder und Redner auf Neonazi-Veranstaltungen auf.
Zur Situation in Wuppertal
In Wuppertal und dem umliegenden Bergischen Land haben Nazis in den letzten Jahren, aufgrund der hohen linken Präsenz, eher schweres Spiel gehabt.
Während in den 90er Jahren das Bergische Land durch den Brandanschlag in Solingen und dem Angriff auf die Gedenkveranstaltung am KZ Kemna im Sommer 2000 traurige Berühmtheit erlangte, wurde es, durch entschlossene antifaschistische Gegenwehr und einiger Verurteilungen in Wuppertal und Umland wieder ruhiger. In den letzten Monaten hat sich die Situation allerdings wieder verschärft. Im November 2008 erschien Wuppertal wieder in den Medien. Nazis schlugen einem jungen Mann fast den Schädel ein, nachdem er sie in der S-Bahn aufforderte das Singen von rassistischen Liedern zu unterlassen. Zunehmend ereigneten sich immer wieder mehr oder weniger schwere Übergriffe von Nazis auf vermeindliche Linke oder nicht „deutsch“ aussehende Personen. So wurden Menschen mit Flaschen beworfen, Frauen das Kopftuch vom Kopf gerissen und Familien mit Kindern regelmäßig zu Hause belästigt. Parallel fanden sich immer öfter auch rassistische und NS-verherrlichende Schmierereien und Propagandamaterialien, letztere meist von der AG-Rheinland.
Die Dreistigkeit der Nazis steigerte sich noch. Sie versuchten Mobilisierungsmaterialien im, bei ihnen als rote Hochburg, verschrienen Elberfeld für die „Ausländer raus!“-Demo in Velbert und den NS-verherrlichenden Aufmarsch in Remagen zu verteilen. Sie mussten allerdings immer schnell das Feld räumen, da stets antifaschistische Passant_innen vorbei kamen. Der vorläufige Höhepunkt der Frechheit war der versuchte Angriff der Nazis auf das CinemaXX. In diesem wurde der Aufklärungsfilm „Das braune Chamäleon“ gezeigt. Die Nazis wurden recht erfolgreich zurück geschlagen und einige ließen sich anschließend auch noch von der Polizei festnehmen.
Der nun, für den 29.01.2011 beworbene Aufmarsch ist nicht eine einfache Reaktion auf die Niederlage vom CinemaXX, sondern ist in größerem Zusammenhang zu sehen. Wie Axel Reitz selbst verkündete, handelt es sich hierbei um „ein sichtbares Zeichen für den Aufbruch nationaler Strukturen im Bergischen Land“. Das Wuppertal und das Bergische Land für die Freie Naziszene zurzeit einen wichtigen Kampfplatz darstellt, lässt sich auch anhand der Herkunft der Festgenommenen feststellen, die zum Teil von außerhalb angereist waren.
Außerdem ist die Demonstration und deren Motto in einem Zusammenhang mit den gewalttätigen Angriffen auf Linke und linke Zentren, wie zum Beispiel auf die Hirsch-Q in Dortmund zu sehen. Auf der Seite der Aktionsgruppe Rheinland wird der letzte Angriff auf selbiges Lokal als ein Angriff Linker auf die Nazis umgedeutet und im Zuge dieses Artikels für die Demo geworben.
Außerdem scheint hier in des Extremismushorn von Bundesfamilienministerin Christina Schröder geblasen zu werden, vermutlich um breite Bündnisse zur Gegenwehr zu erschweren.
Ein weiteres Vorpreschen der Nazis muss jetzt unterbunden werden, denn der Aufmarsch soll laut Sven Skoda „für Wuppertal und das Rheinland ein erster Erfolg im neuen Jahr im Kampf um die Strasse werden“.
Die antifaschistischen Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Ein breites Bündnis organisiert ab 10.30 Uhr am Döppersberg eine Kundgebung. Diverse Kundgebungspunkte an der Route sind bereits angemeldet. Vom 27. bis zum 29. Januar finden Antifa-Action-Days statt. Für den 29. Januar wird von autonomen Antifaschist_innen ein 4-stufiges Aktionskonzept vorgeschlagen.
Es beinhaltet eine gemeinsame organisierte Anreise aus den Städten mit dem Zug ab ca. 11.00 Uhr mit dem Motto „Der Weg ist das Ziel“. Desweiteren „Punktlandung 5 vor 12 – Wuppertal Hauptbahnhof – Kein Platz für Nazis!“. Dritter Punkt ist die Blockade der Naziroute, falls die Nazis doch laufen sollten. Und wenn alles vorbei ist: Antifa-Demo zum AZ zur Aftershowparty.
All das soll auf Mobilisierungsveranstaltungen genauer besprochen werden.
„Lasst uns neues ausprobieren und lassen wir uns für die nächsten Nazi-Großevents wie Stolberg und Dortmund inspirieren…. Genoss_innen und Antifa-Bandit_innen aus Stadt und Land! Unterstützt uns in Wuppertal.“, so der militante Sozialdemokrat Oswald Laufer
Dariusz Michalczewski, Box-Weltmeister stimmt Oswald Laufer zu: „Niemand wird zum Nazi geboren. Die meisten von ihnen sind kleine, dumme Jungs, die nicht wissen, wovon sie reden. Manchmal müssen sie eins auf die Schnauze kriegen, damit sie kapieren. Wie es mein Freund Juan Carlos Gomez aus Kuba gemacht hat. Den hatten drei Skins beim Billard auf Usedom angepöbelt. Die wussten nicht, dass ein echter Champ von ihnen stand.“
Weitere Infos: actiondayswpt.blogsport.de
Die sich sonst so militant gebenden „Nationalen Sozialisten Wuppertal“ um die Nachwuchsnazis Kevin Koch, Mike Dasberg, Tobias Maczewski, Norman Mayer, Marie Leder, Rene Heuke und Fabian Mayer beschweren sich mit weinerlichen Ton, dass sie in Wuppertal nicht ungestört Flugblätter verteilen können und wollen nun unter massivem Polizeischutz zum Autonomen Zentrum marschieren, um für „freie Meinungsäußerung für Nationale Sozialisten“ zu demonstrieren. Diese Provokation werden wir nicht hinnehmen. Wir wollen euch das Gejammer aus dem Naziaufruf nicht verheimlichen:
„Tatsache ist jedoch, daß die Gewalt fast immer von der militanten Linken ausgeht und gerade …in Wuppertal ist es für Nationalisten kaum noch möglich legales Informationsmaterial zu verbreiten, ohne sich gewalttätigen Übergriffen des linken Mobs ausgesetzt zu sehen. Die Wuppertaler „ANTIFA“ hat nur einen Lebenszweck, nämlich die Verübung von Straftaten gegen politisch Andersdenkende. […] Das „Autonome Zentrum“ in der Markomannenstr. 3 in Elberfeld ist hierbei eine geförderte Aktionsbasis der Wuppertaler militanten Linken und damit eine Brutstätte von Gewalt und Terror.“
Laut der Mobilisierungsseite für den Naziaufmarsch am 29. Januar in Wuppertal fand am Freitag, den 17. Dezember eine Veranstaltung im Raum Mettmann statt. Die Teilnehmer_innenzahl von 40 Leuten ist allerdings wohl – wie gewohnt – mehr als nur stark übertrieben.
Neben dem Wuppertaler Nachwuchsnazi Kevin Koch, hielten dort Manfred Breidbach (stellvertretender Vorsitzender der NPD KV Düsseldorf/Mettmann und Vorsitzender der NPD Düsseldorf), Sven Skoda aus Düsseldorf und Axel Reitz aus Pulheim langweilige Reden.
Nach dem ersten Auftritt zusammen mit Paul Breuer und Axel Reitz in einem Mobilisierungsvideo für das Heldengedenken in München, ist dies der erste öffentliche Auftritt vom Wuppertaler Kevin Koch bei einer Veranstaltung. Zuvor beschränkte er sich auf das Anfertigen von Film- und Fotoaufnahmen von Naziaufmärschen und Gegendemonstrant_innen für das Nazi-Medienportal „medinet|west“.
Nach Darstellung der Naziseite beschäftigte sich Manfred Breidbach in seiner Rede weniger mit der Demonstration in Wuppertal, sondern mehr mit dem Zustand der NPD und dem Verhältnis zwischen Neonazis innerhalb und außerhalb der NPD. Breidbach habe sich in seiner Ansprache „rückhaltlos zum lebensrichtigen Menschenbild des nationalen Sozialismus“ bekannt und sich „deutlich von reaktionären Machenschaften in den Reihen der NPD“ abgegrenzt, freuen sich die Wuppertaler Nazis. „Für ihn und seinen Kreisverband werde es auch im kommenden Jahr eine Selbstverständlichkeit sein, eng mit den „freien Kräften“ der Region zusammenzuarbeiten und eine radikale Politik in Abgrenzung zum System zu praktizieren, ganz gleich was selbsternannte ,Politikfähige’ in der Partei davon halten mögen“, wird Breidbach in dem Bericht zitiert.
Der Düsseldorfer Manfred Breidbach gehört zum bekennenden nationalsozialistischen Flügel der NPD. Beim Naziaufmarsch Ende Oktober in Velbert-Neviges wetterte er gegen eine „multikulturelle Pest“, warnte vor einer „Rassenmischung“ und forderte sein Publikum dazu auf, es solle „bis aufs Blut gegen die Überfremdung kämpfen“ und so „unsere Rasse vor dem Untergang bewahren“. Seine Rede beendete Breidbach mit einem Zitat des NSDAP-Propagandisten Julius Streicher: „Ein Volk, das nicht auf die Reinheit seiner Rasse achtet, geht zugrunde.“
Laut Internetseite der Wuppertaler Nazis soll auf der Nazidemo auch Dieter Riefling sprechen. Seit den 1980er Jahren ist er aktiv, baute die Freiheitliche Deutsche Arbeiterpartei (FAP) auf und war dort bis zu ihrem Verbot aktiv. Ebenfalls bis zum Verbot 2001 war er in der Organisation „Blood & Honour“ tätig.
Bundesweit tritt der mehrfach vorbestrafte Dieter Riefling (u. a. wegen Körperverletzung, Fortführung einer verbotenen Organisation, Volksverhetzung und der Verbreitung von Propagandamitteln verfassungswidriger Organisationen), als Ordner, Anmelder und Redner auf Neonazi-Veranstaltungen auf.
Zur Situation in Wuppertal
In Wuppertal und dem umliegenden Bergischen Land haben Nazis in den letzten Jahren, aufgrund der hohen linken Präsenz, eher schweres Spiel gehabt.
Während in den 90er Jahren das Bergische Land durch den Brandanschlag in Solingen und dem Angriff auf die Gedenkveranstaltung am KZ Kemna im Sommer 2000 traurige Berühmtheit erlangte, wurde es, durch entschlossene antifaschistische Gegenwehr und einiger Verurteilungen in Wuppertal und Umland wieder ruhiger. In den letzten Monaten hat sich die Situation allerdings wieder verschärft. Im November 2008 erschien Wuppertal wieder in den Medien. Nazis schlugen einem jungen Mann fast den Schädel ein, nachdem er sie in der S-Bahn aufforderte das Singen von rassistischen Liedern zu unterlassen. Zunehmend ereigneten sich immer wieder mehr oder weniger schwere Übergriffe von Nazis auf vermeindliche Linke oder nicht „deutsch“ aussehende Personen. So wurden Menschen mit Flaschen beworfen, Frauen das Kopftuch vom Kopf gerissen und Familien mit Kindern regelmäßig zu Hause belästigt. Parallel fanden sich immer öfter auch rassistische und NS-verherrlichende Schmierereien und Propagandamaterialien, letztere meist von der AG-Rheinland.
Die Dreistigkeit der Nazis steigerte sich noch. Sie versuchten Mobilisierungsmaterialien im, bei ihnen als rote Hochburg, verschrienen Elberfeld für die „Ausländer raus!“-Demo in Velbert und den NS-verherrlichenden Aufmarsch in Remagen zu verteilen. Sie mussten allerdings immer schnell das Feld räumen, da stets antifaschistische Passant_innen vorbei kamen. Der vorläufige Höhepunkt der Frechheit war der versuchte Angriff der Nazis auf das CinemaXX. In diesem wurde der Aufklärungsfilm „Das braune Chamäleon“ gezeigt. Die Nazis wurden recht erfolgreich zurück geschlagen und einige ließen sich anschließend auch noch von der Polizei festnehmen.
Der nun, für den 29.01.2011 beworbene Aufmarsch ist nicht eine einfache Reaktion auf die Niederlage vom CinemaXX, sondern ist in größerem Zusammenhang zu sehen. Wie Axel Reitz selbst verkündete, handelt es sich hierbei um „ein sichtbares Zeichen für den Aufbruch nationaler Strukturen im Bergischen Land“. Das Wuppertal und das Bergische Land für die Freie Naziszene zurzeit einen wichtigen Kampfplatz darstellt, lässt sich auch anhand der Herkunft der Festgenommenen feststellen, die zum Teil von außerhalb angereist waren.
Außerdem ist die Demonstration und deren Motto in einem Zusammenhang mit den gewalttätigen Angriffen auf Linke und linke Zentren, wie zum Beispiel auf die Hirsch-Q in Dortmund zu sehen. Auf der Seite der Aktionsgruppe Rheinland wird der letzte Angriff auf selbiges Lokal als ein Angriff Linker auf die Nazis umgedeutet und im Zuge dieses Artikels für die Demo geworben.
Außerdem scheint hier in des Extremismushorn von Bundesfamilienministerin Christina Schröder geblasen zu werden, vermutlich um breite Bündnisse zur Gegenwehr zu erschweren.
Ein weiteres Vorpreschen der Nazis muss jetzt unterbunden werden, denn der Aufmarsch soll laut Sven Skoda „für Wuppertal und das Rheinland ein erster Erfolg im neuen Jahr im Kampf um die Strasse werden“.
Die antifaschistischen Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Ein breites Bündnis organisiert ab 10.30 Uhr am Döppersberg eine Kundgebung. Diverse Kundgebungspunkte an der Route sind bereits angemeldet. Vom 27. bis zum 29. Januar finden Antifa-Action-Days statt. Für den 29. Januar wird von autonomen Antifaschist_innen ein 4-stufiges Aktionskonzept vorgeschlagen.
Es beinhaltet eine gemeinsame organisierte Anreise aus den Städten mit dem Zug ab ca. 11.00 Uhr mit dem Motto „Der Weg ist das Ziel“. Desweiteren „Punktlandung 5 vor 12 – Wuppertal Hauptbahnhof – Kein Platz für Nazis!“. Dritter Punkt ist die Blockade der Naziroute, falls die Nazis doch laufen sollten. Und wenn alles vorbei ist: Antifa-Demo zum AZ zur Aftershowparty.
All das soll auf Mobilisierungsveranstaltungen genauer besprochen werden.
„Lasst uns neues ausprobieren und lassen wir uns für die nächsten Nazi-Großevents wie Stolberg und Dortmund inspirieren…. Genoss_innen und Antifa-Bandit_innen aus Stadt und Land! Unterstützt uns in Wuppertal.“, so der militante Sozialdemokrat Oswald Laufer
Dariusz Michalczewski, Box-Weltmeister stimmt Oswald Laufer zu: „Niemand wird zum Nazi geboren. Die meisten von ihnen sind kleine, dumme Jungs, die nicht wissen, wovon sie reden. Manchmal müssen sie eins auf die Schnauze kriegen, damit sie kapieren. Wie es mein Freund Juan Carlos Gomez aus Kuba gemacht hat. Den hatten drei Skins beim Billard auf Usedom angepöbelt. Die wussten nicht, dass ein echter Champ von ihnen stand.“
Weitere Infos: actiondayswpt.blogsport.de
Dienstag, 28. Dezember 2010
Vortrag: Bundeswehr raus aus Schulen!
Informationsveranstaltung zur Öffentlichkeitsarbeit und
Nachwuchswerbung der Bundeswehr
Die Bundeswehr dringt immer tiefer in die Poren der Zivilgesellschaft
ein. Besonders in die der Schulen. Unterstützt werden sie dabei durch
Kooperationsabkommen der Schulministerien, die Jugendoffizieren der
Bundeswehr das exklusive Recht einräumen, LehrerInnen aus- und
fortzubilden und SchülerInnen über militärische Politik zu informieren.
Die Bundeswehr leidet an Nachwuchs- und Akzeptanzproblemen.
Unterrichtsstunden werden dadurch immer häufiger komplett durch die
Bundeswehr gestaltet, LehrerInnen werden im Sinne der Bundeswehr aus-
und fortgebildet, Offiziere laden Klassen zum „Tag der offenen Tür“ oder
zur Studienfahrt in die Kaserne ein. Sogar Waffenschauen und
Schießsimulationen führt die Bundeswehr immer wieder mit jungen
Schülerinnen und Schülern durch. In diesem Vortrag möchten wir euch
einen kleinen Einblick in die Öffentlichkeitsarbeit und Nachwuchswerbung
der Bundeswehr geben.
Auch wenn die Friedens- und SchülerInnenbewegung die steigende
Militarisierung der Schulen lange Zeit vernachlässigt haben, regt sich
zunehmend Widerstand.
Die Frage, was wir gegen die Bundeswehrwerbeversuche tun können,
möchte wir deshalb gemeinsam diskutieren.
Mo, 24.01.2011
19:00 Uhr
ZAKK, Fichtenstraße 40, Düsseldorf
Eine Veranstaltung der AJD
Nachwuchswerbung der Bundeswehr
Die Bundeswehr dringt immer tiefer in die Poren der Zivilgesellschaft
ein. Besonders in die der Schulen. Unterstützt werden sie dabei durch
Kooperationsabkommen der Schulministerien, die Jugendoffizieren der
Bundeswehr das exklusive Recht einräumen, LehrerInnen aus- und
fortzubilden und SchülerInnen über militärische Politik zu informieren.
Die Bundeswehr leidet an Nachwuchs- und Akzeptanzproblemen.
Unterrichtsstunden werden dadurch immer häufiger komplett durch die
Bundeswehr gestaltet, LehrerInnen werden im Sinne der Bundeswehr aus-
und fortgebildet, Offiziere laden Klassen zum „Tag der offenen Tür“ oder
zur Studienfahrt in die Kaserne ein. Sogar Waffenschauen und
Schießsimulationen führt die Bundeswehr immer wieder mit jungen
Schülerinnen und Schülern durch. In diesem Vortrag möchten wir euch
einen kleinen Einblick in die Öffentlichkeitsarbeit und Nachwuchswerbung
der Bundeswehr geben.
Auch wenn die Friedens- und SchülerInnenbewegung die steigende
Militarisierung der Schulen lange Zeit vernachlässigt haben, regt sich
zunehmend Widerstand.
Die Frage, was wir gegen die Bundeswehrwerbeversuche tun können,
möchte wir deshalb gemeinsam diskutieren.
Mo, 24.01.2011
19:00 Uhr
ZAKK, Fichtenstraße 40, Düsseldorf
Eine Veranstaltung der AJD
Freitag, 17. Dezember 2010
Vortrag: Marx und die Kritik der politischen Ökonomie
Über den Kapitalismus wird in der radikalen Linken oft und viel geredet. Berechtigterweise. Doch was genau ist der Kapitalismus? Wie funktioniert er und was unterscheidet ihn von anderen Produktionsweisen? Wieso gilt es, den Kapitalismus zu kritisieren? Karl Marx hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Fragen zu beantworten und damit die Grundlage für eine radikale Kritik der Verhältnisse zu liefern. In dem Vortag wird die sogenannte "Kritik der politischen Ökonomie" von Marx erläutert. Einen vollständigen Überblick über das Gesamtwerk von Marx zu geben, wird im Rahmen eines Vortrags nicht möglich sein, deshalb liegt der Fokus auf dem wesentlichen Aspekt der Theorien von Marx: der Analyse des Kapitalismus.
17.01.2011
Linkes Zentrum Hinterhof, Corneliusstraße 108, Düsseldorf
(www.linkes-zentrum.de)
Einlass: 19.00 Uhr
VoKü (vegan): 19.30 Uhr
Vortrag: 20.00 Uhr
Eine Veranstaltung der AJD
17.01.2011
Linkes Zentrum Hinterhof, Corneliusstraße 108, Düsseldorf
(www.linkes-zentrum.de)
Einlass: 19.00 Uhr
VoKü (vegan): 19.30 Uhr
Vortrag: 20.00 Uhr
Eine Veranstaltung der AJD
Dienstag, 14. Dezember 2010
Dortmund: Dortmunder Antifa-Bündnis DAB ruft zur Demonstration am 18. Dezember um 16 Uhr auf
Für Samstag, den 18.12., ruft das Dortmunder Antifa-Bündnis (DAB) zu einer Demonstration in der Dortmunder Innenstadt auf. Anlass ist der erneute brutale Überfall von Neonazis auf die alternative Kneipe „Hirsch Q“ in der Nacht von letztem Samstag auf Sonntag, bei dem mehrere Gäste verletzt wurden. Die Demonstration beginnt um 16:00 Uhr auf der Katharinenstraße Ecke Kampstraße
Gegen 00:40 Uhr attackierten zehn bis fünfzehn Personen der neonazistischen Kameradschaft „Skinhead Front Dortmund-Dorstfeld“, beziehungsweise aus deren Umfeld, das Lokal und dessen Besucher_innen. Dabei wurde unter anderem die Fensterfront sowie die Eingangstür massiv beschädigt. Im Laufe der Auseinandersetzung wurden mehrere Personen auf beiden Seiten verletzt. Ein Gast erlitt eine Stichverletzung, die im Krankenhaus behandelt werden musste. Einem uns vorliegenden Augenzeugenbericht zufolge, stach beim Eindringen in die Kneipe einer der Neonazis blindwütig auf die Person ein. Darüber hinaus setzen die Neonazis Metallstühle, Barhocker, Flaschen und weitere Gegenstände als Hiebwaffen gegen ihre Opfer ein.
Dank der Gegenwehr der Besucher_innen konnte einer der angreifenden Neonazis vor Ort überwältigt und anschließend der Polizei übergeben werden. In der darauf folgenden Fahndung konnten elf Personen im Alter zwischen 18 und 38 Jahren des rechten Spektrums vorübergehend festgenommen werden. Einigen Neonazis gelang unerkannt die Flucht.
Die alternative Szenekneipe „Hirsch Q“ in Dortmund wurde seit 2006 nun zum sechsten Mal von einer großen Gruppe organisierter Neonazis gezielt, geschlossen und massiv angegriffen. Darüber hinaus gab es seit 2006 unzählige kleinere Übergriffe von lokalen und regionalen Neonazis gegen das Lokal und seine Gäste. Konsequenzen hatten die rechten Angreifer_innen jedoch nur selten zu befürchten. So wurden alle Verfahren gegen die Angreifer_innen des letzten Überfalls auf die „Hirsch Q“ Ende August dieses Jahres eingestellt. Es stellt sich die Frage, ob in Dortmund eine Art Straflosigkeit für Neonazis gilt. Wir fordern die Politiker_innen der Stadt Dortmund auf, sehr genau zu prüfen, wie es dazu kommt, dass dieses Verfahren eingestellt wurde und welche motivierenden Auswirkungen solcherlei Vorgehen auf die lokale Neonaziszene hat.
Es darf nicht sein, dass in Dortmund wieder Menschen durch anhaltenden Naziterror vertrieben werden: Nachdem im letzten Jahr eine Familie aus dem Stadtteil Dorstfeld wegziehen musste, geht es diesmal um die „Hirsch Q“ im Brückstraßenviertel. Nach dem Naziangriff überlegt der Betreiber der “Hirsch Q” seine Kneipe zu schließen, da er es nicht mehr verantworten könne, dass seine Gäste um ihre körperliche Unversehrtheit fürchten müssten. Wir möchten die Demonstration deshalb auch dazu nutzen, die angrenzenden Kneipen und Geschäfte in der Brückstraße dazu aufzufordern, ein deutliches Zeichen der Solidarität mit der “Hirsch Q” zu setzen. Wir schließen uns deshalb der Mahnung an, die an der seit Sonntag geschlossenen Kneipe zu lesen ist: „Muss erst wieder ein Mensch sterben?
Zusätzliche Brisanz gewinnt der Überfall dadurch, dass sich unter den angreifenden Neonazis auch Sven Kahlin, der Mörder des 2005 erstochenen Punkers Thomas „Schmuddel“ Schulz, befand. Kahlin, der nach dem Mord zu sieben Jahren Haft verurteilt worden war, ist vor wenigen Wochen vorzeitig entlassen worden. Seitdem ist er verstärkt in der rechten Szene aktiv und trat als Redner beim Naziaufmarsch am 23. Oktober in Hamm auf. Außerdem nahm er an Nazidemos am 17.10. in Leipzig und am 4.12. in Dortmund teil. Dabei fällt besonders sein gutes Verhältnis zu den Führungskadern der “Autonomen Nationalist_innen” auf.
Kahlin ist zwar sozial in der Skinheadszene beheimatet, genießt aber überdies bei den “Autonomen Nationalisten_innen” eine Art Heldenstatus und wird für seine damalige Tat gefeiert. Schon vor seiner Inhaftierung war Kahlin in der „Skinhead Front Dortmund-Dorstfeld“ aktiv. Zuletzt machte diese Neonazi-Gruppe im Februar 2009 mit ihrer Beteiligung an einem Angriff auf abreisende Gegendemonstrant_innen nach dem Naziaufmarsch in Dresden bundesweit auf sich aufmerksam.
Das Dortmunder Antifa-Bündnis DAB hat zur Entlassung des Mörders Kahlin auf dessen beabsichtigte nahtlose Wiedereingliederung in die Naziszene hingewiesen. Damals zogen 250 Demonstranten vor das sog. “Nationale Zentrum” in der Rheinischen Straße. Wir fühlen uns durch Kahlins Tatbeteiligung an dem neuerlichen Angriff auf die ‘Hirsch-Q’ leider in dieser Annahme bestätigt. Laut einem Pressebericht soll Kahlin ein Messer mit sich geführt haben. Trotz vieler Hinweise darauf, dass Kahlin nach seiner Entlassung wieder in der rechten Szene Fuß fassen und in Erscheinung treten würde, wurde er wegen guter Führung vorzeitig entlassen. Nun hat sich gezeigt, welche juristische Fehlentscheidung dort gefallen ist. Leider erst nachdem Kahlin auf diese Weise in Erscheinung treten konnte.
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